Aus shz/Flensburger Tageblatt                                            
Text und Foto: Wilhelm van de Loo 03.11.2006

Hubertusmesse mit Hörnerklängen in der Söruper Kirche

Hirschlegende als Segenszeichen und Mahnung, die Schöpfung zu bewahren. Die vielfältige Gebrochenheit dieser Welt stellte Pastorin Peggy Kersten in den Mittelpunktihrer Predigt bei der Hubertusmesse in der vollbesetzten St. Marien-Kirche zu Sörup. Jagenund Sammeln seien die ersten Tätigkeiten des Menschen gewesen, abhängig von und ganz im Einklang mit der Natur. Danach sehnten sich viele zurück. Die Realität heutzutage sehe aberoft anders aus. „Da steht das Fertiggericht in der Mikrowelle - Wildragout mit Rotkohl und Klößen.“ Die Herkunkt des Fleisches sei zumeist unbekannt, das Etikett vielleicht ausgetauscht.
Der wilde Jäger Hubertus wäre durch die Begegnung mit dem Hirsch und dem leuchtenden Kreuz in dessen Geweih bekehrt worden und habe den Segen Gottes erfahren. Diese Legende rufe sowohl dazu auf, behutsam mit der Schöpfung umzugehen und nicht das Letzte aus ihr herauszupressen als auch dazu, empfangenen Segen weiterzugeben.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Gruppe „Angliter Parforce“ unter Leitung von Mandi-Rose Wargenau-Hahn. Der Klang der in der Tonart „Es Dur“ gestimmten Parforce-Hörner mit seiner wahrhaft rauhen Eindringlichkeit kam in der Kirche voll zur Geltung.
Zu Beginn las Wolfgang Otzen die alttestamentarische Schöpfungsgeschichte in ihrer niederdeutschen Fassung. Karl-Jakob Wree trug die „Gedanken eines Jägers“ vor. Er rief dazu auf, die Natur in ihrer ganzen Vielfalt und Schönheit zu erhalten und - mit den Worten eines alten Gebetes - „den Schöpfer im Geschöpfe zu ehren“.
Die Kollekte des Gottesdienstes wurde eingesammelt durch fünf St. Laurentius-
Pfadfinderinnen. Bei ihnen in Sterup werden junge Menschen der gesamten Region mit der Natur vertraut gemacht, ihre Arbeit soll auf diese Weise unterstützt werden. Der Hubertusmesse vorausgegangen war ein von Anke Jens geleitetes jagdliches Konzert der Bläsergruppen Gelting/Sörup und Streichmühle. Sie hatten auch den eigentlichen Gottesdienst mit dem Signal „Begrüßung“ eingeleitet.

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